wittileaks's posterous

Projektmensch mit Chemie- und Programmiervergangenheit. Schwächen für Gitarren, Blues und Whisky.
http://twitter.com/witt_s

So geht's: MacOS-Appstore mit LTE oder HSPA

Da meine DSL-Leitung eher ein Dauerstörungsfall war, beschloss ich vor einigen Wochen auf "Call & Surf Comfort via Funk"  umzusteigen.

Für Windows- und Linuxnutzer am A**** der Welt, denen 10GB Datenvolumen im Monat ausreichen, (danach greift die Fair-Use-Option und die Geschwindigkeit wird gedrosselt), ist das sicher eine gute Lösung. 

Anmerkung: Ein deutliches Manko an der 10GB-Lösung ist, dass keine Möglichkeit besteht, das bisher verbrauchte Datenvolumen einzusehen. Wenn sich eine Famile mit 2 PCs, Smartphones und iPad durch das WLAN bewegt, müssen alle Geräte einzeln überwacht und das Datenvolumen addiert werden.
Da ich mein MacBook über WLAN sichere, scheidet eine Überwachung aus.

Doch nun zum Problem:

Vor einiger Zeit fiel mir auf, dass sich meine Appstore-Apps nicht mehr aktualisieren lassen. (Hinweis: Wir reden über MacOS und nicht über iOS).
Beim Aktualisieren der Apps wird im Appstore wie gewohnt das Kennwort abgefragt, die Aktualisierung läuft an. Anschließend erscheint der folgende Fehler:

Bildschirmfoto_2012-04-29_um_11

Zuerst vermutete ich einen Fehler im Appstore oder in meiner lokalen Installation. Der Apple-Service war hier wenig hilfreich "Es ist ein Fehler in Ihrer Installation. Zahlen Sie 50 Euro Support und wir helfen Ihnen...".
Die Konsole sagte etwas anderes:

Bildschirmfoto_2012-04-29_um_12
Um zu prüfen ob es am Netzwerk lag, schnappte ich mir mein MacBook und nutze das DSL eines Freundes für ein Update - es klappte, es liegt also am LTE / HSPA.

Nach ein paar Stunden googeln fand ich heraus, dass es keineswegs ein "lokales Installationsproblem" ist, sondern auch andere User betroffen sind. Dies betrifft sowohl Vodafone- wie Telekomkunden.

http://www.macuser.de/forum/f21/viele-apps-mac-630734/index4.html

http://www.mactechnews.de/forum/thread/Updateprobleme-Mac-App-Store--LTE-3065...

http://foren.t-online.de/foren/read/service/dsl-festnetz/speedports/speedport...

Der Telekom-Support war bisher auch keine große Hilfe. Das Problem sei bekannt, man bemühe sich. Es liegt vermutlich auch nicht am Router, denn auch beim Tethering mit dem Smartphone habe ich das gleiche Problem. 

Als Lösungsansatz loggte ich mich per VPN in ein anderes Netzwerk ein (Beim VPN wird der Netzwerkverkehr getunnelt. Man befindet sich also quasi in einem anderen Netz). Ergebnis: es klappte.
Glücklicherweise hatte ich zum Test zwei VPN-Netzwerke zur Auswahl, aber die Admins wären vermutlich etwas angesäuert, wenn ich ihr Netzwerk für private Downloads/Updates verwende. ;-)

Eine akzeptable Lösung könnten daher VPN-Dienstleister wie "Your-Freedom.net" sein. Diese Dienstleister sind auf Anonymisierung von Benutzerdaten spezialisiert und verwenden dafür VPN-Tunneling. Ob diese Dienstleister seriös und vertrauenswürdig sind, sollte jeder Anwender für sich selbst entscheiden.
Ich habe einen Test mit einem kostenlosen Your-Freedom-Account durchgeführt. Es klappt.
Der Mac-User benötigt dazu den Your-freedom-Client und die Open-VPN-Software "Tunnelblick".

Bildschirmfoto_2012-04-29_um_13

Eine Anleitung für OsX gibt es hier: http://www.your-freedom.net/index.php?id=181

Der Nachteil an Your-Freedom ist die Geschwindigkeit von 64K beim kostenlosen Account. Wer schneller sein will, muss zahlen (ab 4€/Monat). Für größerer Updates werde ich also lieber einen Freund mit DSL besuchen....

Eine dauerhafte Lösung ist das nicht. Aber vielleicht führen die "Telekom-Bemühungen" ja irgendwann zu einem Ergebnis. Ich steige evtl. bald auf SkyDSL um - damit erübrigt sich auch die Fair-Use-Bremse.

 

 

Schrödingers Grill - Wie man (k)einen Grill bestellt.

Juhu, es wird Sommer. Da unser alter Grill eine Sicherheitsrisiko für Mensch, Haus und Katze war, (letzteres in doppelter Hinsicht), beschlossen wir das Schrottding zu entsorgen und uns einen neuen Grill zu bestellen.

Nach einigen hin und her entschieden wir uns für einen Gasgrill, den wir bei einem Internetversand bestellten. So weit so gut, 3(?!) Pakete machten sich auf eine Reise, die Jule Verne vor Neid erblassen ließe...  (zumindest ab dem 11.04).

Der vermeintliche Inhalt:

Paket 1) Grill, Teil 1
Paket 2) Grill, Teil 2
Paket 3) vermutlich das bestellte Zubehör (Gasschlauch, Abdeckung, Pizzaplatte...)

Ab hier in chronologischer Kurzform:

29.03. Aufgabe der Bestellung

31.03. Ankunft Paket 1 + 2 (Das war schnell)

04.04. Reklamation Paket 3 - verschollen, Lieferung bis Ostern wäre toll... 

04.04. Antwort: Noch eine Woche warten (nach Ostern), erst dann ist ein Paket verschollen

11.04. Ein Paket kommt an. Inhalt: Abdeckhaube, Rest fehlt

11.04. Reklamation, bitte um Nachversand

12.04. Ich soll eine Eidesstattliche Erklärung abgeben, dass der Kram fehlt

13.04. Mail des Verkäufers: Fehlende Ware wird nachgeliefert

16.04. Ein Paket kommt. Inhalt: Eine Abdeckhaube. (Zur Erinnerung: Die kam schon am 11.04) Der Rest fehlt

16.04. Erneute Reklamation, diesmal ohne Eidesstattliche Erklärung

18.04. Erneuter Versand der fehlenden Teile

20.04. Meine Frau erwischt gerade noch den wegfahrenden DPD-Heini. Er hat den Eingang nicht gefunden. Ich gebe zu, das ist schwer (siehe Bild).

Dsc_0001

Hier könnte die Geschichte eigentlich enden. Halt!!! Wir haben ja noch eine Lieferung zu viel (Abdeckhaube vom 16.04). Ich fülle ein Onlie-Formular zur Abholung aus. (25.04.)

25.04.  Das Paket wird abgeholt. (Immerhin der DPD-Mann hat gelernt: Er findet den Eingang)

26.04.  Das gestern abgeholte Paket wird uns (oder besser unseren Nachbarn) wieder zugestellt. Der DPD-Mensch klebte das Rück-Etikett auf die Rückseite des Pakets und stellte heute wieder an die Vorderseite des Pakets zu. Das kann man drehen und wenden wie man will, das riecht nach Perpetuum Mobile. 

Außerdem tauchten heute 2 weitere Pakete bei der Post auf.

Ich weiß nicht, wo die herkommen, aber ich habe 3 Theorien:

1) Die Pakete waren immer da, aber sind temporär für das menschliche Auge und Barcode-Scanner unsichtbar.

2) Ich lebe in einem sich endlos wiederholenden "Murmeltier-Tag". Liebes Murmeltier: Ich habe einen Grill, und ich werde ihn benutzen.

3) Ich bin Teil eines Schrödingers-Katze-Experiments. Nur ohne Katze, aber dafür mit Grill. Dieser ist gleichzeitig zugestellt und nicht zugestellt.

Ich grill mir jetzt erstmal eine Wurst.

Die (fast) sieben wichtigsten Tipps für ein langes Politikerleben

Der wütende Mob startet mal wieder einen Shit-Storm gegen einen Politiker. Es ist also zu befürchten,  dass bald keine mehr übrig sind.

Statt mich in die Reihen der ewigen Nörgler einzuordnen, möchte ich mich lieber nützlich machen und habe unseren lieben Politikern die sieben wichtigsten Tipps für ein langes und glückliches Leben in der Politik zusammengetragen. Ganz ohne Beraterhonorar.

Tipp 1) Seid nicht dämlich.

Das war es auch schon. Wie gesagt, es sind nur fast sieben Tipps, ich will euch schließlich nicht überfordern. Glaubt mir: Dieser eine Ratschlag reicht völlig aus.

Zum Beweis für meine Theorie habe ich in einer minutenlangen Recherche mal die größten nationalen und internationalen politischen Dämlichkeiten der letzten 2000 Jahre zusammengetragen:

  • Ich kaufe meinem Kumpel Brutus mal dieses schneidige Messer. // Dämlich
  • Schicke Fenster hier in Prag. Ich geh mal näher ran. // Dämlich.
  • Ich bin französischer König. // Dämlich
  • Ich beauftrage mal diese fünf Vollpfosten in das Hotel einzubrechen. // Dämlich
  • Ich zeige meiner Praktikantin mal das Oral Office. // Dämlich
  • Ich heiße Bush. // Dämlich, aber leider angeboren.
  • Ich habe vor eine Mauer zu errichten. // Dämlich (hat im eigenen Land aber lange kaum jemand bemerkt)
  • Ich habe vor, die Mauer wieder einzureißen. // Naja, der eine sagt so, der andere so....
  • Ich bestelle schon mal die ersten 700 Starfighter // Dämlich
  • Nein, das Sächseln von Herrn Guilaume stört nicht... // Dämlich
  • Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort. // Dämlich
  • Ich leg mal diese schwarze Kasse an. // Dämlich
  • Ich habe vor einen Bahnhof zu errichten. // Dämlich
  • Ich habe nicht vor einen Bahnhof zu errichten. // Dämlich
  • Es war Liebe. // Ganz besonders dämlich
  • Mit strg + c geht's schneller // Deppert
  • Ich ruf mal bei Bild an... // Wir werden sehen...

Ihr seht: Bei Berücksichtung der Frage "Ist das was ich gerade mache dämlich?" hätten viele vielversprechende Karrieren gerettet werden können.

 

Total verschneit - scripted reality

Alles hat sich heute morgen (fast) genau so zugetragen.

Am Sonntag scheint die Sonne, am Montag kommt Herr Mon und am Dienstag schneit es. Manchmal.
Eigentlich ist das im Winter ganz normal und interessiert deshalb auch keine Sau.
Ich habe mir deshalb erlaubt, die Geschehnisse des heutigen Tages  RTL- bzw. Sat1-gerecht aufzubereiten.   
Lieber Programmchefs, bitte nicht vergessen: Bevor Ihr das verwenden dürft, muss ich natürlich noch einen sittenwidrigen Vertrag unterzeichnen.

Total verschneit. Die neue Doku-Soap.

Szene 1:            Elterliches Schlafzimmer

Off-Stimme:      06:15 Der Wecker klingelt. Dem zweifachen Familienvater überkommt ein  unheimliches Gefühl. Er geht zum Fenster…

Musik: Blind Guardian, Beyond the Ice.

Vater:                 Als der Wecker klingelte überkam mich so ein unheimliches Gefühl. Also ging ich zum Fenster.  Erst dann sah ich das volle Ausmaß der Katastrophe. Über Nacht gab es mindesten 300 µm Neuschnee.

Mutter:               Weint.

Off-Stimme:      Es beginnt nun eine harte Zeit für die Junge Familie, denn das Klima kann am 50sten  Breitengrad äußerst gefährlich sein. So können die Temperaturen in der kasachischen Wüste auf bis zu -45°C absinken.  Jüngst blieb ein kasachischer Viehhirte sogar im Schnee stecken. 
- Pause -
Um  06:30 hört man  vor dem Fenster ein verzweifeltes Kratzen.  Nach 2 Minuten verstummt es.

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Vater:                Gegen halb sieben hörte ich vorm dem Fenster dieses verzweifelte Kratzen, dass 2 Minuten später verstummte. Und dann sah ich es:  Der nette Rentner von Nebenan hat uns den Bürgersteig frei  geräumt.  Aber wo ist er jetzt?  Ich fürchte, er hat den Rückweg nicht geschafft.

Im Hintergrund: Windpfeifen und Wolfsgeheul.

Mutter:             Weint.

Off-Stimme:     Doch das ist nicht die einzige Katastrophe am heutigen Dienstag,

Vater:                Ich weiß nicht mehr, wo ich mein Auto geparkt habe? Ist es das Rechte oder das Linke? Habe ich überhaupt ein Auto?

Mutter:              Weint.

Szene 2:            Frühstück

Off-Stimme:      Der verzweifelten Mutter ist es inzwischen gelungen, aus den kläglichen Vorratsresten ein spärliches Frühstück zu zaubern. Es gibt Rehrücken mit Knödeln und Rotkohl.
Wie lange werden die Vorräte reichen? 

Mutter:              Weint. (Deckt dabei den Tisch)

Szene 3:            Flur und Parkplatz

Off-Stimme:      Die Kinder wurden von der fürsorglichen Mutter inzwischen 28-Lagig eingepackt und in Schneeanzüge gepresst.  Doch leider sind sie dadurch so Bewegungsunfähig, dass sie die Tür nicht öffnen können – ein Teufelskreis.

(2 Kinder im Michelinmännchenformat rollen weinend gegen die Tür)

Mutter:              Weint.

Musik: Schiwago-Melodie.

Off-Stimme:      Es ist  07:20. Die hilfsbereiten Kinder erkennen den Ernst der Situation und beginnen das erste Auto freizuschaufeln.  Um 07:20:30 sind beide Autos endlich frei.

Off-Stimme:      Sehen Sie in der nächsten Woche das weitere Schicksal der verzweifelten Familie. Wird die Sitzheizung funktionieren?  Wird der Vater bis Weihnachten zurück sein und noch ein weiteres Reh für das Frühstück überfahren? Und was wurde aus dem freundlichen Nachbarn?

Schussszene:

Mutter:             Weint.

Ich denke, in dieser Form könnte dieses dämliche Nichts sogar die gewünschte Quote bringen. Abschließend zitiere ich eine Lied-Strophe zweier christlicher Liedermachen aus den 80ern:

„Wer alles herstellt was sich lohnt, dabei auch Kinder nicht  verschont, lähmt ihre Herzen und vergiftet die Gerhirne.“

Geht mit Eurem Drecksprogramm bitte in die ober erwähnte Kasachische Wüste.

Wie treibe ich ein Projektteam in den Wahnsinn?

- 7 hilfreiche Tipps für Auftraggeber -

Als Projektmensch hat man viel Spaß, man macht aber auch viel durch. Dabei ist es egal ob man ein Projekt leitet, oder es "nur" programmiert oder umsetzt - es gibt immer freudige Überraschungen. Ob ein Projektleiter aufgrund merkwürdiger Spesenregelungen beim Kunden um sein Abendessen bettelt, sich wegen Aufwänden streitet, die als kostenfrei definiert waren, oder ob man erklären muss, warum der Vertrieb und tatsächliche Entwicklung um 250 Manntage abweichen.

Grund genug, einmal zusammenzufassen, wie man als Auftraggeber ein Projektteam nebst Projektleitung in den Wahnsinn treibt.

Die hier angesammelten Top 7 haben sich in vielen Jahren Entwicklungs- und Projektarbeit angesammelt. Ähnlichkeiten mit aktiven Projekten sind also völlig zufällig und fast garnicht gewünscht.

Eigentlich würde ein solcher Blog eher zum @Projekthuhn gehören. Das Problem: Viele Kollegen wissen nicht, ob das Projekthuhn ein Dienst- oder ein Privat-Account ist. Und ehrlichgesagt durchlebt das arme Tier gerade eine Identitätskrise und weiß selbst nicht wo es hingehört.

Aus diesem Grund nehme ich das Thema lieber in meinen privaten Blog. Schließlich wollen wir nicht, dass jemand falsche Rückschlüsse zieht.

Hier meine Top 7 (von 1996 bis heute)

1) Ernenne einen Projektleiter der a) viel lieber Berufsschullehrer wäre, oder b) dessen Kernkompetenz das verwandtschaftliche Verhältnis zum Aufsichtsratsvorsitzenden ist.

2) Mache dem ausgewählten Projektleiter klar, dass er a) die maximale Verantwortung und b)  die minimale Entscheidungskompetenz besitzt. 

3) Formuliere den Projektauftrag möglichst unklar. Gewähre dem Projektteam offiziell einen großen Spielraum. 3b) Inoffiziell weißt Du genau wo es hingehen soll. Das verrätst Du aber erst später.

4) Wenn Dein Projektleiter Absprachen mit einem Kunden/Dienstleister trifft, die er vorher mit Dir abgestimmt hat, dann hebe diese spätestens 24h später wieder auf. Was kümmert Dich Dein Geschwätz von gestern. Besonders wichtig ist dieser Punkt, wenn es um Kostenübernahme geht. Wenn Du Pkt. 4 oft genug durchführst, zeigst Du dem Kunden/Dienstleister, wer wirklich das Sagen hat.

5) Lenkungsausschüsse sind doof. Denn diese überflüssige Truppe will ständig mitbestimmen. (Dies wiederspricht Pkt. 3b). Wenn es einen Lenkungsausschuss geben muss, wähle ihn mit Bedacht. Ein gut gewählter Ausschuss erfüllt mindestens 3 der 4 Kriterien:

- Er muss groß sein. Sehr groß.
- Mindestens 30% der Mitglieder dürfen nicht wissen, wieso sie dabei sind.
- Es muss unmöglich sein, gemeinsame Termine zu finden.
- Der Projektleiter darf keinesfalls Mitglied des Lenkungsauschusses sein.

6) Pkt. 6 baut auf Pkt. 5 auf: Sei möglichst schwer erreichbar, antworte nicht (oder nur stark verzögert) auf Mails. Wichtig dabei ist, dass Du (wenn Du mal erreichbar bist) in regelmäßigen Abständen die schlechte Kommunikation bemängelst.

7) Wenn Du gleichzeitig Auftraggeber und Abteilungsleiter bist, beende jedes Abstimmungsgespräch mit den Worten : "Das Liniengeschäft geht eben leider vor."

So ich glaube das reicht erstmal. Und? Kennt ihr das auch?   

 

 

Das Hamster-Projekt

Ich will ja nicht prahlen, aber das folgende Bild sollte euch alle in Erstaunen und Hochachtung versetzen:

Leuchte_2
Kleine Leuchte mit brennender Lampe

Bruederle

Achtung, Verwechslungsgefahr: Nicht jeder mit brennender Lampe ist auch eine Leuchte.


Jetzt wundert ihr euch sicher, dass meiner Schreibtischlampe ein Licht aufgeht. Schließlich prophezeite uns die Bundesregierung  apokalytische, Mad-Max-mäßige Zustände, wenn auch nur ein einzelner Uran-Brennstab seinen Dienst einstellt.

Das beginnende Atom-Moratorium versetzte auch mich zuerst in Panik. Wie sollte ich künftig mein Handy laden oder mein Feierabend-Bier kühlen? Doch aus der Not entwickelte ich eine geniale Geschäftsidee: Regenerative-Hamsterenergie.

Aus dem Energiebedarf des ganzen Hauses errechnete ich mir die Anzahl der benötigen Goldhamster: Um die Energieversorung rund um die Uhr aufrecht zu erhalten, sollten 14.259 Hamster im Dreischichtbetrieb in 4753 Laufrädern Strom erzeugen.  Die überschüssige Energie sollte in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden.

Hamster
Testhamster "Rainer B."

Die 4753 Laufräder waren ruckzuck verkabelt und an die wichtigsten Haushaltsgeräte angeschlossen, und schon nach zwei Tagen kamen die ersten 2000 bestellten Hamster.
Am Anfang lief alles super. Pünktlich zu Abschaltung des ersten AKWs nahm die erste Tagschicht ihren Dienst auf. Und siehe da: Lampe, Laptop, Fernseher - alles lief.

Leider mußte ich nach zwei Tagen feststellen, dass ich vergessen hatte, das Haupversorgungskabel des Hamsterkraftwerks an die Stromversorgung anzuschließen. Im Klartext: Meine Geräte funktionieren ohne Atomkraft und ohne Hamsterkraft. Lieber Herr Brüderle: Wie kann das sein? Habt ihr etwa gelogen?

Daher möchte ich der Bundesregierung gerne eine Frage stellen:

Seid ihr einfach nur unfähig, oder wollt ihr uns verarschen?

 

Meine Lösung für den Wahlk(r)ampf: Die Volkswählhilfe

Wenn ich ehrlich bin, bin ich mit meinen Bemühungen noch keinen Schritt weiter.

Oliver war geschickter. Er hat mit einer langen Partei-Liste angefangen, die Parteien und Wahlversprechen analysiert, und alle "unwählbaren" Parteien entfernt.

Ich ging davon aus, dass alle Parteien "unwählbar" sind, und wollte mich von einer Partei überzugen lassen - erfolglos. Mal sehen, wie weit Oliver kommt.

Am Mittagstisch wurden verschiedene langfristige Lösungsansätze diskutiert, um den Politfrust im Lande entgegenzuwirken:

1) Wahlverweigerung - Kommt nicht in Frage
2) Eigene Partei gründen - Nicht mehr machbar
3) Temporär auf 5 Jahre gewählter König - Neee, lieber nicht 
4) Infiltration einer Volkspartei - Wird gemacht, wartet es ab....

Leider scheiden alle diskutierten Möglichkeiten vorerst aus. Um mein Wahlproblem zu lösen, und mit ruhigen Gewissen wählen zu können, entwickelte ich die "Volkswählhilfe".

Viel Spaß beim Nachbau:

Damit auch die Guttenberg-Fans und die Piraten auf ihre Kosten kommen, habe ich hier schon mal eine Kopiervorlage vorbereitet:

Wahlomat

Außerdem benötigen Sie noch einen 1:7-Nachbau eines Spitzenkandidaten:

Flasche

Notfalls tut es auch eine normale, volle Weinflasche. 

Anleitung:

Nehmen Sie bitte nun eine Schere, und schneiden die Parteisymbole aus.
Achtung Rechts-Wähler: Tut mir leid, Eure Bildchen sind nicht dabei. (Messer Schere, Feuer, Licht...). Eine entsprechende Kopiervorlage findet ihr bei N80 4.101 E180 6.110 (Geocacher aufgepasst).

Geschafft? Herzlichen Glückwunsch! Nach erfolgreichen Abschluss einer Sprachprüfung werden Sie mit diesen Fähigkeiten in jedem deutschen Kindergarten oder Landtag aufgenommen.

Aus den ausgeschnittenen Piktogrammen wird nun ein Wahlkreis gelegt:

Wahlkreis

Herzlichen Glückwunsch: Sie sind jetzt Wahlkreisleiter.

Nachdem Sie den Wahlkreis gebaut haben, wird es nun Zeit, die Flasche zu öffnen und zu leeren. Schon nach wenigen Minuten haben Sie den Gemütszustand eines Mitglieds des Bundestags erreicht. (Sie glauben alles zu können, reden nur noch dummes Zeug, haben Gedächtnislücken, brauchen einen Fahrer und kriegen nichts mehr auf die Reihe).

Legen Sie nun die leere Flasche in die Mitte. Nun beginnt auch der Spaß auch für DIE GÜNEN: Die Rotation. 

Fertig_wahlomat

Die fertige "Volkswählhilfe"

 

Mit einer geschickten Handbewegung versetzen Sie der Flasche einen Stoß. Auch diese Flasche bewegt sich nun "auf gutem Kurs durch Rheinland-Pfalz" - und schon nach wenigen Sekunden steht Ihr Wahlvorschlag fest. Darauf gebe ich Ihnen die Wittileaks-Garantie.

Falls Ihnen diese Art und Weise der Kandidaten-Findung zu niveaulos erscheint: Das macht nichts. Der Wahlk(r)ampf war auch niveaulos, und von der Bundespolitik will ich hier lieber nicht reden.  

So gesehen, ist es besser auf diesem Weg zur Lösung zu kommen, als gar nicht wählen zu gehen.

So. Politiker wie Flasche leer. Habe fertig.

 

 

 

Warum Herr Rossi das Glück nicht mehr in der Politik sucht....

Herr Rossi war eigentlich mal ein feiner Kerl. Mit seinem dämlich grinsenden Köter Gaston war er in den 70ern ständig auf der Suche nach dem Glück. Inzwischen lebt er als politischer Berlusconi-Flüchtling in der Pfalz.

Man könnte meinen, dass einem Berlusconi-Flüchtling die deutsche Politik eigentlich recht angenehm erscheinen sollte. Um es vorweg zu nehmen: Nein, das tut sie nicht. Herr Rossi ist, zumindest was Politik angeht, weitgehend integriert. Das heißt in diesem Fall: Es ist ihm alles ziemlich egal. Solange die Hundesteuer nicht erhöht wird, kann er mit fast allen politischen Entscheidungen leben.

Und so ist es Herrn Rossi egal, ob jemand sein Ehrenwort bricht, oder jemand seine Doktorarbeiten kopiert. Und es ist ihm schnuppe, ob deswegen jemand zurücktritt. Es ist ihm egal, wenn am Nürburgring Millionen verheizt werden. Und es juckt ihn auch nicht, wenn jemand Steuergeld aus dem Fenster des Schlosshotels wirft. Es kümmert Herrn Rossi nicht, dass ein Politiker lieber in zig Aufsichtsräten statt im Bundestag sitzt. Es wundert ihn auch nicht, dass die Herren bei der Spesenabrechnung nicht mehr zwischen „privat“ und „dienstlich“ unterscheiden können. Warum ihm das alles egal ist? Weil er nichts ändern kann.

Ihr werdet jetzt sagen: „Aber wir leben doch in einer Demokratie, er hat inzwischen einen deutschen Pass, er kann doch wählen gehen“. Ja das könnte er, und das wird er auch. Er liebt die Demokratie, aber er hasst es, dass er durch sein Kreuzchen nicht glücklicher wird.  Dabei sucht er doch nach dem Glück. Sein Kreuz auf dem Wahlzettel ändert nur die Gesichter.  Sein Problem bleibt.

Was ist das Problem von Herrn Rossi? Ganz einfach: Er (das Volk) hat einen Volksvertreter gewählt. Doch irgendwie hat der Kerl seinen Auftrag falsch verstanden: Statt das Volk zu vertreten, vertritt der Herr Abgeordnete nur seine eigenen Interessen oder die Interessen seiner Partei. Statt Gesetzte voranzutreiben, treibt der feine Herr  nur seine Karriere voran. Statt selbst zu entscheiden, schickt er Gesetze in den Vermittlungsausschuss.

Deswegen fühlt sich Herr Rossi verraten und machtlos. Er möchte seinen Abgeordneten gerne fragen, wann dieser seine Überzeugungen gegen ein Parteibuch eingetauscht hat, wann er sein Gewissen für seine Karriere in Zahlung gegeben hat. Aber das tut er nicht. Denn eigentlich hat er sich damit abgefunden. Und deshalb verhält sich Herr Rossi genauso wie der Rest der Deutschen: Er zuckt mit den Schultern, streichelt seinen dämlich grinsenden Hund und murmelt: „Das ist doch egal, wir können eh nichts ändern.“

Vielleicht legt er sich auch noch einen Facebook-Account an, um der Pro-Gutti-Gruppe beizutreten. Aber nur, weil Gutti eigentlich der einzige Lichtblick in dieser trostlosen Sippe (ist) war. (Nachtrag 05.03.)

Liebe Politiker, ich habe eine Bitte an Euch: Begeistert Herrn Rossi. Zeigt ihm, dass Politik für Werte kämpft.  Zeigt ihm, dass es sich lohnt wählen zu gehen.  Zeigt ihm, dass Politik handlungsfähig ist und am Willen des Volkes interessiert ist. Und gebt ihm etwas Gratis-Hundefutter.

Über Gruben, Hallen und BUGAs und die erstaunliche parallele zu Babel...

Frei nach 1.Mose 11 (Turmbau zu Babel)

(2) Als Sie nach Westen zogen, fanden Sie eine Ebene im Lande Rheinland-Pfalz und wohnten daselbst in Koblenz. Und sie sprachen untereinander: Wohlauf lasst uns Ziegel streichen und Brennen.

(3) Lasst uns Blumen und Bäume pflanzen, lasst uns Baugruben auftun und nie wieder schließen, lasst uns Brücken sperren, dass sie jedem zur Qual werden, und lasst uns Hallen bauen, die sehr hässlich werden.

(4) Dies tun wir, damit wir uns einen Namen machen, und unser Ruhm bis zum Himmel reiche. Und wenn es fertig wird, nennen wir den Mist BUGA.

(5) Da fuhr der Herr hernieder, dass er sähe die Stadt und die Halle und all die grässlichen Löcher.

(6) Und er sah den verwirrten Geist der Bauleute und Architekten und dachte sich: „Da muss ich nix gegen machen. Die sind so doof, dass kriegen die nie fertig.“ -ENDE-

Über Tina, Kontakte und Twittagessen

Man soll besser nichts über Dinge schreiben, mit denen man sich nicht auskennt. Deswegen schreibe ich auch nicht über Heideggers philosophische Betrachtungen oder über Frauem. Für ein Thema bin ich  aber ein Spezialist: Essen. Ich habe sogar schon als Kind gegessen – und das viel und gerne.

Gestern fand ein besonderes Essen statt: Ein Twittagessen. Genauer gesagt: Twittagessen-1143 im Fährhaus am Stausee/Mosel. „Ein Twittagessen ist ein ungezwungenes Treffen hungriger Twitterer  zum Mittagessen, Abendessen oder wann immer ihr wollt.“ Beim gestrigen Essen gab es nicht nur hungrige Twitterer, sondern auch noch allerlei technische Beilagen: Einen Beamer mit Twitter-Wall und Lifestream in das Internet. Hui - Da hat sich jemand viel Mühe gegeben. Twitterer und gemeinsames Essen? Passt das zusammen? Gehören Twitterer nicht zur Gattung der blässlichen, real-life-kontaktscheuen  Keller-Nerds? Sind das nicht die, die Kommuniukation auf 140 Zeichen beschränken? Von wegen. Ich twittere erst seit ein paar Wochen. Hin und wieder verirrt sich jemand auf mein Profil und folgt mir. Und hin und wieder verirre ich mich und folge jemanden.

Im Sinne von Social-Media wäre das dann wohl „Freunde“.  Über die Definition des Wortes „Freunde“ oder „Oberflächlichkeit“ kann man natürlich streiten, doch das gilt für die Freunde im Netz genauso wie für die Freunde im „echten“ Leben. Vielleicht verhält es sich mit meiner Twitter-Timeline ähnlich wie mit der gestrigen "Tweisekarte". Die Speisekarte macht Appetit auf das Essen (das übrigens ganz hervorragend war) – die Twitter-Timeline macht Appetit auf Kontakte.

Der eine Kontakt sieht vielversprechend aus, der andere halt nicht. Liebe Zweifler: Diese neue Art der Kommunikation ist nicht das Ende aller zwischenmenschlichen Kontakte. Im Gegenteil: Viele Menschen kommen in mein Blickfeld – kurz, oberflächlich und auf 140 Zeichen beschränkt. Doch bei Anlässen wie diesen bietet sich einmal die Gelegenheit, die Menschen hinter den Tweets kennenzulernen.

Die Menschen, die ich gestern kennenlernen durfte, haben Spaß am Essen, an Technik - und haben Interesse an neuen Begegnungen. Es war also ein prima Abend.

Bevor ich es vergesse: Wer ist Tina? Tina ist das Bügelbrett von Daniel. Tina, die beim Bügeln richtig heiß wird, war der Running-Gag an Tisch 32 +1 (Nachträgliche Korrektur wg. Hinweis von adlerweb) .

P.S.: Falls das Altvieh oder das Jungvieh diesen Blog lesen sollten: Weisheit Nr.4 ist "Man sollte immer etwas Valium im Haus haben. ;-)"